Giovan Battista Carpi

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Knox von Carpi (1965)
Knox von Carpi (1965)
Knox von Carpi (1965)

Giovan Battista Carpi (* 16.11.1927 in Genua; † 8.3.1999 ebd.) gehört neben Romano Scarpa zu den bedeutendsten Altmeistern der italienischen Disney-Comics und war maßgeblich an der Entwicklung von deren typischem Stil beteiligt. Er gilt als der erste "absolute" Disney-Zeichner, der Donald Duck und Micky Maus gleichermaßen hochklassig aufs Papier brachte. Nebenbei zeichnete er in den 60er Jahren Knox für Kauka.

Biografie

Nach einer Ausbildung zum bildenden Künstler an der Akademie der Schönen Künste sowie im Studio des Malers Giacomo Picollo fertigte Carpi für die Wochenzeitschrift Faville 1945 seine ersten Comics an. Zudem arbeitete er eine Zeitlang im Trickfilmstudio der Gebrüder Pagot als Phasenzeichner.

Im Jahre 1953 stieß Carpi zur Riege der italienischen Disney-Zeichner, wo er anfangs im Team mit Giulio Chierchini arbeitete, der die Comics des angehenden Maestros tuschte. Seine Vorliebe für alte Moden und Kostüme prädestinierte Carpi geradezu für Persiflagen, von "Donald, Prinz von Duckenmark" (Lustiges Taschenbuch 58) bis "Das Geheimnis der Silberleuchter" (LTB 143), in denen Shakespeares Hamlet und Victor Hugos "Die Elenden" humorvoll aufbereitet wurden. Während die Parodien fast immer den Enten vorbehalten waren, steuerte Carpi vor allem in den 60er Jahren auch die Zeichnungen zu einigen unvergesslichen Micky Maus-Klassikern bei, darunter "Die Reise zum Mond" (LTB 6), "Micky und die Rebellion der Schatten" (LTB 11), "Micky und die Erbschaft von Goofy Goofinger" (LTB 9) und "Micky als Kurier des Zaren" (LTB 17). 1969 zeichnete er für Autor Guido Martina die "Origin-Story" von Phantomias (LTB 41), für dessen visuelle Gestaltung er verantwortlich war, mit dem er aber nach dieser Geschichte nur noch wenig zu tun hatte.

Nach der Koproduktion "Glanz und Gloria derer von Duck" mit Scarpa (1970, LTB 93) durchlebte Carpi in den 70er Jahren - mit Ausnahme von "Topolino Kid e Pippo sei-colpi" (in Deutschland unveröffentlicht) und "Die Perle von Labuan" (LTB 88) - eine künstlerische Durststrecke, was allerdings nicht an seinen nach wie vor schönen Zeichnungen lag, sondern an den Skripten, die er zur Umsetzung erhielt. In den 80ern konnte er dank eines reduzierten Titelausstoßes dann noch einmal auftrumpfen, wobei er sich nun gelegentlich auch als Autor betätigte. Die 90er schließlich brachten vor allem eine große Anzahl von Titelbildzeichnungen sowie u.a. seine Umsetzung von Carl Barks' Fähnlein Fieselschweif-Story "Das Ungeheuer vom Schwefelsee". Neben seiner Arbeit an Comics war Carpi lange Zeit Vorsitzender der Accademia Disney, die in Italien Nachwuchszeichner für das MM-Magazin Topolino ausbildet. Er illustrierte auch die erste Disney-Briefmarkenserie, die zu Weihnachten 1970 in San Marino herauskam - gleichzeitig die allerersten Marken mit Comic-Motiven überhaupt.

Obwohl er hauptsächlich für Disney gearbeitet hat, widmete sich Carpi auch anderen Comic-Helden. Unter anderem entstanden für den Verlag Bianconi die Serien Nonna Abelarda und Geppo (dt.: Paulchen der BEngel aus der Hölle in Felix, 700er Nummernbereich, Felix Extra 21ff und Bonbon), bei denen auch Chierchini mitwirkte. Auch an der von Giorgio Rebuffi kreierten Serie Trottolino, die hierzulande in den 60ern unter dem Titel Bob und Bello in Felix (Nr. 307-573?) lief, war das Team Carpi/Chierchini wahrscheinlich zeichnerisch beteiligt.

Für den deutschen Markt zeichnete Carpi von 1965 bis 1967 einige Comics um Professor Knox, dessen Universum der Zeichner trotz der eher geringen Anzahl seiner Geschichten mitgeprägt hat. Als Gegenspieler des Professors schuf er den verrückten Wissenschaftler Fiesefummel und die Gaunerzwillinge Ede und Maxe. Insgesamt schuf er für Kauka zwanzig Knox-Episoden im zumeist klassischen Vierseiter-Format (vgl. Daniel Düsentrieb von Carl Barks!), deren Szenarios ebenfalls von ihm stammen sollen. Einige davon wurden später in den Taschenbüchern FF Super 53 (1972) und FF Extra 56 (1980) nachgedruckt. Wie sein Kollege Chierchini konnte auch Carpi nicht von den Kauka-Figuren lassen und hat in den späten 80er Jahren noch mindestens zwei weitere Comics mit FF gezeichnet ("Die Aztekenstatue" in FF 15/1988 und "Das Haus der Schrecken" in FF 27/1988).

Knox von Carpi

  • FF 478: Blitze (2+1+1 Seiten)
  • FF 480: Vollautomatischer Kellner (4 Seiten)
  • FF 481: Der Fischvogel (4 Seiten)
  • FF 482: Der Sparer (4 Seiten)
  • FF 483: Bärenjagd (4 Seiten)
  • FF 484: Der verhexte Fußball (4 Seiten)
  • FF 488: Die Schlafmaschine (4 Seiten)
  • FF 490: Der unsichtbare Gorilla (4 Seiten)
  • FF 493: Der Brunnenwicht (4 Seiten)
  • FF 494: Zirkusabenteuer (4 Seiten)
  • FF 496: Der sprechende Esel (3 Seiten)
  • FF 499: Der kluge Hund (5 Seiten, Debüt Ede und Maxe)
  • FF 500: Das Turmgespenst (4 Seiten)
  • FF 506: Roboter mit Herz (5 Seiten, Debüt Fiesefummel)
  • FF 518: Eine Seefahrt, die ist lustig (4 Seiten)
  • FF Weihnachten 1965: o.T. (4 Seiten)
  • FF 530: Der Zahn (3 Seiten)
  • FF Frühling 1966: Knox und der Wunderbrunnen (4 Seiten)
  • FF 540: Missglückter Scherz (4 Seiten)
  • FF 602: Knox verrät Dir seinen Geheimtip: Wie werde ich steinreich? (9 Seiten)

plus

  • FF 477: Lupo (1 Seite)
  • FF 542: Auf heißer Spur (FF, 1 Seite)
  • FF 597: Lupo mit der tollen Frisur! (6 Seiten)
  • FF 15/1988: Die Aztekenstatue (FF, 10 Seiten)
  • FF 27/1988: Das Haus der Schrecken (FF, 14 Seiten)


Weblinks