Albert Uderzo

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Albert Uderzo (* 25. April 1927 in Fismes bei Reims) ist der Zeichner und spätere Autor von Astérix. Der Sohn italienischer Einwanderer (eigentlicher Vorname Alberto), der seit 1934 die französische Staatsbürgerschaft hat, begeisterte sich schon im frühen Kindesalter für die Comics und zählt zu seinen ersten Einflüssen die Micky Maus-Strips von Floyd Gottfredson.

Sein eigenes Debüt in der Welt der Comics gab Uderzo 1944 mit einer für das Magazin Junior (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Beilage der Zeitung La Libre Belgique) angefertigten Comic-Adaption der Tierfabel "Der Rabe und der Fuchs". Bis zu seinem Durchbruch in den 60er Jahren sollte sich der zeichnerische Autodidakt noch in einer Unzahl von weiteren heute längst vergessenen Comicveröffentlichungen austoben, wobei er sich sowohl bei realistisch gezeichneten Serien als auch Funnies zu Hause fühlte und als gleichermaßen talentiert erwies.

In den frühen 50er Jahren machte Uderzo in Brüssel nacheinander Bekanntschaft mit zwei Comic-Szenaristen, die heute von vielen als jeweils wichtigster Autor des Abenteuer- bzw. des humoristischen Comics in Europa angesehen werden: Jean-Michel Charlier und René Goscinny sollten den weiteren Verlauf von Uderzos Karriere entscheidend prägen. Vor allem mit letzterem bildete der Zeichner ein Vierteljahrhundert lang ein unzertrennliches Team. Mit Charlier setzte Uderzo zunächst seinen eigenen, 1948 entstandenen humoristischen Mittelalter-Comic Belloy für die Magazine La Wallonie (1950/51) und Pistolin (1957/58) fort. Mit Goscinny schuf er für die Kinderbeilage Junior der Tageszeitung La Libre Belgique den Korsaren Jehan Pistolet (1952-56) sowie die Tim und Struppi-Kopie Luc Junior (1954-57), die anschließend von Greg übernommen wurde. Die einzige der zahlreichen Prä-Asterix-Kreationen von Uderzo/Goscinny, an die das Duo wirklich glaubte, war die Rothaut Oumpah-Pah, deren Abenteuer von 1958 bis 1962 in Tintin erschienen. Die Serie wird teilweise als Blaupause für Asterix angesehen und hat ihrerseits einiges Jehan Pistolet zu verdanken.

1956 gründeten Uderzo, Charlier und Goscinny mit Jean Hébrard die Comic-Agentur Edifrance/Edipresse (aufgesplittet in die Abteilungen Presse/Werbung) und hoben schließlich 1959 das Comicmagazin Pilote aus der Taufe, in dem Uderzo mit zwei neuen Serien vertreten war. Mit Goscinny präsentierte er der Welt den humoristischen Gallier-Comic Astérix, mit Charlier entstand die realistische Fliegerserie Michel Tanguy (später: Tanguy et Laverdure). Zwischen 1960 und 1963 erfolgten in Pilote zudem Nachdrucke von Jehan Pistolet (umgetauft in Jehan Soupolet) und Belloy. Asterix erfreute sich innerhalb weniger Jahre einer derart großen Popularität, dass Uderzo sich ab 1967 vollständig auf die Abenteuer des unbeugsamen Galliers konzentrierte und seinen Flieger in die Zeichnerhände Jijés übergab.

Als Goscinny wegen Differenzen mit dem Verleger Dargaud 1974 Pilote verließ, folgte ihm Uderzo. Mit Pierre Tchernia gründeten die beiden im selben Jahr in Paris das kurzlebige "Studio Idéfix", das die Zeichentrickfilme "Asterix erobert Rom" und "Lucky Luke: Sein größter Trick" produzierte. Nach dem Tode Goscinnys im November 1977 und Beendigung des zweiten Films wurde das Filmstudio aufgrund schlechter Auftragslage 1978 wieder geschlossen. 1979 gründete Uderzo mit Goscinnys Tochter den Verlag Editions Albert René, für den fortan die weiteren Asterix-Bände produziert wurden.

Die von Uderzo im Alleingang realisierten Asterix-Abenteuer kamen nie an die hohe Messlatte heran, die Goscinny als Autor gelegt hatte. Wusste der Zeichner mit frühen Solo-Alben wie "Der große Graben" oder "Die Odyssee" durchaus noch zu überzeugen, stießen vor allem die jüngeren Bände mit ihrem Mangel an zündenden Gags und ihren chaotischen bzw. kaum vorhandenen Szenarios vermehrt auf harsche Kritik bei den Fans. Dem Asterix-Mythos als erfolgreichste europäische Comicserie aller Zeiten, die angeblich viel für das Ansehen des Mediums getan haben soll, konnte das allerdings schwerlich etwas anhaben.

Über die Frage, ob der Comic-Held auch nach Uderzos Tod weiterleben soll, entzweite sich der Zeichner mit seiner Tochter Sylvie, die ihren "Bruder aus Papier" in den Klauen skrupelloser Finanzhaie (des Verlags Hachette) wähnt. Davon unbeirrt lässt Uderzo seine Schöpfung weiterleben und legte die Zukunft des unbeugsamen Galliers in die Hände des Teams Jean-Yves Ferri (Szenario) und Didier Conrad (Zeichnungen).

Uderzo bei Kauka


Literatur

Weblinks