Winnetou, Häuptling der Apatschen

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Old Shatterhand von unbekannter Zeichnerhand (Nachdruck der Seiten aus FF 377 in Junior)
Old Shatterhand von Neugebauer (Lex Barker-Einfluss!)
Zeichenfilmbuch oder doch Comic?
Winnetou in der Arranz-Version

Winnetou, Häuptling der Apatschen ist die legendäre Comic-Adaption des Karl May-Stoffes von Walter (Zeichnungen) und Norbert Neugebauer (Story). Im Gegensatz zu den zumeist sehr freien anderen Winnetou-Comic-Adaptionen hält sich die Neugebauer-Version recht eng an die dreiteilige Romanvorlage.

Winnetou à la Neugebauer

Eine erste Version von Winnetou hatte Walter Neugebauer bereits 1937 im Alter von sechzehn Jahren in Jugoslawien nach dem Skript seines Bruders gezeichnet. Unter dem Titel Winetou wurden die 37 Seiten zwischen 1938 und 1940 im eigenen Comicmagazin Veseli vandrokaš erstveröffentlicht. Für Fix und Foxi schufen die Neugebauers 1963 eine wesentlich umfangreichere Neuversion mit insgesamt 241 (?) Seiten. Die ersten sechs davon (siehe FF 377) setzte ein anderer Zeichner um, während das bald darauf erschienene Zeichenfilmbuch eine von Neugebauer selbst gezeichnete und erweiterte Alternative zu diesem Anfang bot (zehn Seiten). Das Album wurde als Tekenfilmboek 1 seinerzeit auch in Holland veröffentlicht, außerdem kam der Comic 1965/66 im jugoslawischen Plavi vjesnik (als Vinetu) zum Abdruck.

Beim Verlag Abenteuer pur (Die Sprechblase) wurde 2013 eine umfangreiche Wiederveröffentlichung des Materials angekündigt: In drei Bänden sollten die Version aus Veseli vandrokaš, die FF-Version und die des Zeichenfilmbuchs wieder- bzw. erstveröffentlicht werden sowie als Zugabe Old Surehand. Nach wie vor gibt es jedoch keine weiteren Neuigkeiten zu diesem Projekt (Stand: 2019).

Weitere Comic-Adaptionen

Vandersteen

In Belgien adaptierte das Studio Vandersteen für die zwischen 1962 und 1987 erschienene Heftreihe Karl May des Verlags Standaard Uitgeverij unter anderem auch Winnetou. Einem deutschsprachigen Publikum wurde dieses Material erst in jüngerer Zeit durch den Verlag Wick Comics zugänglich gemacht. (Trivia: Bereits 1967 waren hierzulande einige der Abenteuer in bearbeiteter Form in den Bessy-Heften 46-61 veröffentlicht worden - die Hündin wurde hinzugezeichnet, Old Shatterhand mutierte zu "Andy" und Winnetou zu "Schneller Hirsch".)

Nickel

Eine weitere Comic-Adaption der Romane zeichnete Helmut Nickel für die zwischen 1963 und 1965 im Walter Lehning Verlag erschienene Heftchen-Reihe Karl May. Anschließend wurden die Geschichten in der Lehning-Reihe Winnetou (1964-66) nachgedruckt und dort von Nickel weitergeführt, bis nach insgesamt 55 Heften die Zeichnungen von Harry Ehrt übernommen wurden. Später nahmen sich die Verlage Splitter (neun Winnetou-Alben 1989-94) und Hethke (Nachdruck der Reihe Karl May) Nickels Winnetou an. Im Februar 2012 startete bei Comicplus eine limitierte dreibändige Buchausgabe, deren erster Band auf 224 Seiten Winnetou 1-3 von Nickel enthält. Die weiteren Abenteuer wurden in Band 2 und 3 nachgedruckt, wobei letzterer größtenteils Zeichnungen von Ehrt enthält. Aufgrund der großen Nachfrage schob Comicplus eine einbändige "Volksausgabe" nach, die die Comics der mittlerweile vergriffenen ersten beiden Bände ohne den redaktionellen Zusatz enthält.

Arranz

Im holländischen Comicmagazin Sjors (Vorläufer von Eppo) kamen ab 1963 mehrere Winnetou-Abenteuer zum Abdruck, die der auf Literaturadaptionen spezialisierte Spanier Juan Arranz umsetzte: "Winnetou, de man van de prairie", "Old Shatterhand en Winnetou", "De zoon van de berejager" und "De geest van de Llano Estacado". Die letzten beiden erschienen 1973 als Band 17 und 18 der Moewig-Albenreihe Super auch auf deutsch; weiteres Arranz-Material fand sich 1975/76 in den Taschenbuch-Reihen Karl May Extra (Band 1 und 4) und Wild West Extra (Band 12) von Gevacur. Comicplus brachte die Arranz-Version von Winnetou in zwei großformatigen Bänden zu je 224 Seiten heraus. Der erste erschien im Dezember 2013, der zweite folgte im April 2015.

Horváth & Zórád

Bereits 1957 hatte Tibor Horváth mit Zeichner Ernő Zórád für die ungarische Zeitung Pajtás eine weitere Umsetzung des Stoffes geschaffen. 1975 ließ das Duo in der Zeitschrift Magyar Ifjúság eine komplett neu gezeichnete und stark erweiterte Fassung folgen. Diese Version wurde 1981/82 in der kleinformatigen Zeitschrift Füles nachgedruckt, 1983 erstmals in Farbe als Album herausgebracht und im selben Jahr in der DDR-Pionierzeitschrift Trommel als Winnetou und Old Shatterhand auch auf deutsch veröffentlicht. 2012 gab zudem die INCOS (Interessengemeinschaft Comic Strip e.V.) einen Hardcoverband in einer Auflage von 200 Exemplaren heraus.

Sonstige

Ein schwarzweißer Winnetou-Zeitungsstrip (180 Streifen) erschien 1966 in der Lüneburger Landeszeitung. Er wurde 1976 als INCOS Sonderband 2 nachgedruckt (späterer Name dieser Reihe: Comixene Paperback).

Bei Bastei gab es 1973 im Heft Felix Extra 30 sowie den Taschenbüchern Das fröhliche Feuerwerk 9-11 (=Winnetou I-III, der Titelheld sieht aus wie Pierre Brice) einen weiteren Winnetou von unbekannter (italienischer?) Zeichnerhand.

1976/77 war Winnetou Held der Condor-Reihe Ein Western-Comic nach Karl May, die spanisches Material enthielt. Auch die bisher wohl trashigste Comicversion erschien im Condor Verlag: Zeichner von Winnetou und Old Shatterhand (1977-79) waren Michael Goetze und Ex-Kauka-Mann Juan López Ramón (siehe Tom und Biber).

Winnetou bei Kauka

1963/1964

1963

1964

  • Junior 0: Winnetou (Teil 1) (6 Seiten aus FF 377, nur hier wird Neugebauer als Zeichner angegeben, obwohl er diese Seiten nach neuesten Erkenntnissen überhaupt nicht gezeichnet hat!)

1979

1980

  • FF Extra 53: Der Schatz der Morgans (42,5 Seiten, 3-reihig)
  • FF Extra 54: Der letzte Kriegspfad (72 Seiten, 3-reihig)


Weblinks