Die Pichelsteiner

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Ankündigung in Lupo modern 18/1966

Die Pichelsteiner sind eine Steinzeitfamilie aus dem Schachtelhalmwald, bestehend aus Stammvater Opa Archibald und den ungleichen Geschwistern Flint, Petra, Neolith und Theolith (Rufnamen Neo und Theo). Mit von der Partie sind das Volk der Muffel und die düstere Zauberin Draculina. Die Serie wurde im Wesentlichen von 1966 bis 1974 produziert; es folgten Nachdrucke sowie 1976 und 1982 jeweils noch eine neue Episode.

(Prä-)Historie

Der Name des humoristischen Steinzeit-Comics stammt von der damaligen Lupo modern-Mitarbeiterin Monika Achtelik, das Konzept und die Hauptfiguren entwickelte Riccardo Rinaldi. Der junge Italiener nutzte mit dieser Serie seine Chance, endlich seinen eigenen schwungvollen Stil zu finden, nachdem er in den frühen Episoden noch arg bemüht war, sich am Zeichenstil von Kaukas Chefzeichner Walter Neugebauer zu orientieren. Hin und wieder versuchten sich auch andere Zeichner an den Knollennasen-Figuren, vor allem Erik Vandemeulebroucke und Tran. Auch Tiberio Colantuoni, Kara und ein unbekannter Zeichner sowie später Francis (samt seinem damals blutjungen Assistenten Janry) und Josep Martí steuerten jeweils mindestens eine Geschichte bei - das zeichnerische Nonplusultra blieb jedoch Rinaldi.

Die Pichelsteiner erschienen zunächst in Fortsetzungen in Lupo modern (Debüt in Nr. 19/1966), hatten ihre mit Abstand meisten Auftritte aber in Primo. Vollständig ihnen gewidmet sind die Publikationen FF Super Tip Top 10, 14 und 17 (alle 1968) sowie FF Album 9 und 13 (1972/73). Die letzte Geschichte von Rinaldi, treffend "Pichelsteiner Eintopf" betitelt, erschien Ende 1974 in FF Extra 28. 1976 hatte die Familie dann noch ein Gastspiel bei Koralle in Zack Parade 16 und 1982 in Rolf Kauka Gold Comic Buch 8, ansonsten erfolgten nur noch Nachdrucke in diversen Taschenbuchreihen von Die 7 Schnuckel (Condor, 1979/80) bis Fix und Foxi Star-Parade (1988). Eine Wiederaufnahme der Serie in Fix und Foxi scheiterte 1988 an einem Urheberrechtsstreit zwischen Riccardo Rinaldi und Rolf Kauka.

Die parodistische Steinzeitserie war Kaukas Antwort auf die Familie Feuerstein ("The Flintstones", 1960 -1966), der weltweit erfolgreichsten Zeichentrickserie aller Zeiten nach den Simpsons. Außerdem waren die Pichelsteiner für Kauka auch als Ersatz für den ungewollten Verlust der Asterix-Lizenz an Ehapa zu sehen. Nicht nur, dass sie bei ihrer Ankündigung in Lupo modern 18/1966 als "sagenumwobene Vorfahren von Siggi und Babarras" (=Asterix und Obelix!) präsentiert wurden. Der kleine gewitzte Flint sowie die beiden dicken, etwas unterbelichteten und wildschweinvertilgenden Haudrauf-Hünen Neolith und Theolith erbten zumindest auch die augenfälligsten physiognomischen Merkmale und Charaktereigenschaften des zuvor von Kauka zwangsgermanisierten Galliergespanns. Dennoch widerstanden René Goscinny und Albert Uderzo zumindest bei den Pichelsteinern der Verlockung, Kauka mit einem Plagiatsvorwurf gerichtlich zu verklagen – anders als bei Kaukas Post-Asterix-Serie Fritze Blitz und Dunnerkiel und deren Quasi-Fortführung Furor Teutonicus (aka Die Teutonen). Immerhin darf sich zumindest das schönste Kind der Steinzeit-Familie, Petra Pichelstein, rühmen, vier Jahre älter als Madame Methusalix zu sein...

Literatur

  • Die Sprechblase - Das große Comic-Magazin Nr. 183, 27. Jahrgang (Februar 2002). Darin: Kauka-Spurensuche von Peter Wiechmann - Von Asterix bis Fritze Blitz... und weiter zu den Pichelsteinern und den Teutonen, S.30-37.
  • Die Sprechblase - Das große Comic-Magazin Nr. 192, 28. Jahrgang (August 2003). Darin: Kauka-Spurensuche von Peter Wiechmann mit autobiografischem Bericht von Riccardo Rinaldi, S.30-33.


Nach uns die Sintflut.jpg


Die Pichelsteiner bei Kauka und anderswo

1966

1967

1968

1970

1971

1972

1973

1974

1976

  • Zack Parade 16: Heißer Kampf um kalte Küche (Koralle, Z: Francis/Janry??)

1979

1980

1981

1982

1983

  • Gold Comic 9: Hinaus in die Ferne... (aus ?)
  • Lupo 47: Die Steinzeit-Zeitung (aus Kauka Comic 9)
  • Lupo 49: Kriegsgelüste (="Wer will unter die Soldaten?" aus Kauka Comic 4)
  • Lupo 50: Staubige Steinzeit (aus Kauka Comic 3)
  • Lupo 51: Milch ist Macht (aus Kauka Comic 5)
  • Lupo 52: Staubige Steinzeit (="Das wäre ja noch schöner..." aus Kauka Comic 7)
  • Lupo 55: Der Lachsfang (aus Primo 28/1973)
  • Lupo 56: Verkehrsviecherei (aus Primo 9/1972)
  • Lupo 57: Der doppelte Opa (aus Primo 21/1972)
  • FF Extra 86: Schall und Rauch (aus Primo 33/1971)

1984

  • Lupo 58: Steinzeit-Tourismus (aus Prima 19/1971)
  • Lupo 59: Trimm dich fit (aus Primo 7/1972)
  • Lupo 60: Haarige Sachen (aus Primo 31/1971)
  • Lupo 61: Wetten, daß... (aus Prima 15/1971)
  • Lupo 62: Benehmen ist Glückssache (aus Primo 5/1972)
  • Lupo 63: Die Macht der Musik (aus Prima 20/1971)
  • Lupo 64: Von Haus zu Haus (aus Prima 16/1971)

1988