Florian Julino

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Florian Julino Eigenkarikatur

Florian Julino (*5. Juni 1939 in Berlin) schuf in den Zeiträumen 1961-66 und 1974-84 vor allem unzählige Illustrationen rund um die Fix und Foxi-Familie und fügte 1964 dem kaukasischen Figurenkosmos Diabolino hinzu.

Erste Kauka-Phase

Lupo 5 (1980)

Eine besondere Spezialität Julinos waren seine ebenso zahlreichen wie gelungenen Titelbilder, mit denen er den 300er- und 400er-Nummernbereich der FF-Hefte dominierte. Sie fielen zunächst durch die eigenwillige Einbeziehung von Sprechblasen auf, aber spätestens zum Jahreswechsel 1962/63 schien auch die für den Zeichner typische "Schrulligkeit" und Experimentierfreude durch, die ihren Höhepunkt in einigen FF-Covern der zweiten Jahreshälfte 1964 sowie in denen von Lupo modern fand.

In punkto Comics zeichnete Julino während seiner ersten Kauka-Phase neben der Fix und Foxi-Familie ab 1962 auch das lange Mischa-Abenteuer "Die geheimnisvolle Insel" sowie einige kürzere Episoden mit dem Raumfahrer. Auch bekannt sind drei Tom und Biber-Kurzgeschichten des Jahres 1963. Als eigentlicher Schöpfer und wichtigster Zeichner des Teufelchens Diabolino widmete er sich dessen stummen Einseitern zunächst von 1964 bis 1966 - viele davon wurden später nachgedruckt. Ebenfalls 1964 zeichnete Julino für eine an alle Zeichner ausgegebene Revision des Knox-Umfelds verantwortlich: zwei der einprägsamsten Elemente der Kauka-Comics, die Villa Knox und das Knoxomobil, gehen somit auf sein Konto. Vor allem mit seinen Comics für Lupo modern und Fix und Foxi Sonderheft trug der Künstler zudem maßgeblich zum weiteren Ausbau von Lupo zur Kultfigur aller Möchtegern-Rebellen bei.

Zweite Kauka-Phase

Nach einigen in Toronto verbrachten Jahren ließ sich Julino in den 70ern als freischaffender Künstler wieder in München nieder. In dieser Eigenschaft tauchte er ab Ende 1974 (FF 46/1974) auch wieder mit Titelbildern und Illus im FF auf und setzte sich schließlich als Hauptzeichner der Cover fast sämtlicher Kauka-Publikationen der Jahre 1976 bis 1983 durch. Neue Julino-Comics um die Fix und Foxi-Familie entstanden zwischen 1975 und 1978 und prägten das Fix und Foxi Sonderheft seinerzeit ebenso stark wie die ebenfalls von Julino gestalteten doppelseitigen Cover. Seine wohl perfektesten Titelbilder, die in punkto Qualität sogar die des genialen Walter Neugebauer in den Schatten stellten, lieferte der Zeichner in den Jahren 1978/79 ab. Im selben Zeitraum gestaltete er zusätzlich die FF-Posterkalender sowie Postkarten-Motive für die Sonderhefte.

Von 1979 bis Anfang 1982 schuf Julino einige neue Einseiter mit Diabolino; ebenfalls Anfang der 80er entstanden mindestens zwei FF-Comics im TB-Format. Für das Magazin Lupo und seine Freunde trug der Künstler unter anderem die Lupo-Cartoons "Szenen am Kiosk" bei. FF 1/1984 stellte das Ende einer Ära dar: letztmals wurde ein FF mit einer (bearbeiteten) Titelzeichnung von Julino angepriesen - die allerletzten Motive kamen 1984/85 für die Taschenbücher FF Extra und Lupo sowie für FF-Sammelbände zur Verwendung. Im FF erschien 1984 noch ein paar Wochen lang eine mit "Ohrenschmaus" betitelte Serie von weiteren Lupo-Cartoons. 1994 hatte der Zeichner ein kurzes, aber prägnantes FF-Comeback mit den Rätselseiten "Alles Logo", die auch jeweils einen kurzen Comic mit seiner Heldin Inspektor Klara Fall enthielten. Zuletzt erschien 2004 ein FF-Werbecomic mit dem Titel Fix & Foxi und der Raketenblitz aus seiner Zeichnerfeder.

Bevor Julino seine Karriere 2015 vorerst beendete, um sein Werk zu ordnen und zu archivieren, war er als Comic-Zeichner am präsentesten mit den Halbseitern um die Familie Mausebein für das Apotheken-Magazin Medizini. Die von Branko Karabajić geschaffene Serie hatte er noch zu dessen Lebzeiten übernommen: Kara konnte wegen eines Schlaganfalls nicht mehr zeichnen und empfahl seinen alten Kauka-Kollegen als Nachfolger. Ab 2002 wechselten sich so zunächst neue Folgen von Julino mit noch vorhandenen von Kara ab, bevor ersterer die Zeichnungen komplett übernahm. Im Gegensatz zu Kara schrieb Julino seine Episoden allerdings nicht selbst, sondern arbeitete nach Texten des Chefredakteurs Harald Lorenz. Die letzte von ihm gezeichnete Folge erschien in Medizini 6/2015, sein Nachfolger ist mit Bone Buddrus abermals ein FF-Zeichner.

Werdegang

1953 Lehre in München als Grafiker beim Vater.

1956 München: Job als Positiv-Retuscheur / Karikaturen in BRAVO, Jazz-Kalender und Bücher.

1959 Salzburg: Sommerakademie bei Oskar Kokoschka.

1959 München: Assistenz bei Bühnenbildner Hans Minarik.

1961 München: Zeichner und Art Director im Kauka-Verlag.

1966 - 1969 Toronto: Grafik und Illustration bei CBC-Television; Freiberuflich tätig auf dem Gebiet "Cartoons für Alt und Jung".

Ab 1972 bis heute: freischaffender Künstler in München

1972: KiKoKu, Kinderkochkurs-Comic-Album.

1974: Politische Karikaturen in der Münchner Abendzeitung.

Ab Ende 1974: Comics und Titelbilder für Fix und Foxi / Cartoons für Audio-Vision.

1981: Eine Seite Comics, Cartoons für Kicker Jugendbeilage.

1983: Illustrationen und Cartoons für Büromagazin "Erfolg".

1985: Comics und Illustrationen für Pumuckl-Heft.

1990: Cartoon-Glückwunschkarten / Cartoon Record-Covers.

1992: Tierwitze Illus, Schneider Verlag.

1993, 1994: Rätselseiten "Alles logo, oder?" in Fix und Foxi.

1995: Pumuckl-Comics für Bagnail-Studios.

1996, 1997 & 1999: Comics für Ferreros Überraschungseier mit diversen Figuren von André Roche.

1998: Kinder-Doppelseiten in Quix für Kipkakomiks.

1999: Comics mit der Maus im Mausbuch.

2000: Buch-Illustrationen für "Wickie auf großer Fahrt".

2001: Kinderposter für Apotheken-Heft "Baby".

2002: Comics-Strips "Max P.Immel" für Sex-Hefte / Familie Mausebein-Comics für Medizini-Poster-Heft

2003: Diddl-Cartoons für Depesche.

2004: Fix & Foxi-Raketenblitz-Comic für Ravensburger Spieleland.

2005: Cartoons und Karikaturen für Rätsel Ruepp.

200?: "Extra Man"-Werbecomics für Wrigley's.

Die wichtigsten Julino-Comics mit Lupo und der FF-Familie

(eine vollständige Comicographie entsteht auf der Diskussionsseite dieses Artikels)

1964

1967

1975

1976

1977

1978

1981

1982


Weblinks